Wanderstöcke: Test & Vergleich 2020

Trekking- oder auch Wanderstöcke unterstützen den Gang beim Wandern, Trekking, Bergsteigen und Nordic-Walking. Durch sie können Gelenke und Muskeln geschont werden. Des Weiteren bieten sie zusätzlichen Halt. In unserem Artikel beantworten wir die am häufigsten gestellten Fragen, stellen dir die besten Wanderstöcke vor und geben dir Tipps wann sich Wanderstöcke für dich lohnen und wie du diese am besten einsetzt. Nachdem du unseren Wanderstöcke Test & Vergleich gelesen hast, weißt du auf welche Kaufkriterien du achten musst und wirst in der Lage sein die richtigen Trekkingstöcke für dich zu finden.

Inhaltsverzeichnis

Wann braucht man Wanderstöcke?

Wanderstöcke braucht man, um in gewissen Situationen einen guten Halt und eine hohe Trittsicherheit zu haben. Dazu zählen z.B. das Überqueren von kleinen Flüssen, Anstiegen mit Schotter oder bei Schnee & Matsch. Des Weiteren können durch die Nutzung von Wanderstöcken die Kniegelenke und die Beinmuskulatur entlastet werden. Besonders Personen die anfällig für Knieschmerzen sind sollten die Nutzung von Trekkingstöcken in Betracht ziehen. Wanderstöcke machen in sehr vielen Situationen Sinn und bringen meiner Meinung nach fast nur Vorteile mit sich.

Was für Wanderstöcke gibt es?

Es gibt unterschiedliche Arten von Wanderstöcken. Grundsätzlich lassen sich Wanderstöcke in drei Kategorien unterteilen, die anhand ihrer Größenverstellbarkeit festgemacht werden. Folgende Wanderstockarten gibt es:

1) Teleskopstöcke

Teleskopwanderstöcke bestehen aus unterschiedlichen Segmenten, die ineinander geschoben sind. Durch bestimmte Klemm- oder Druck-Mechanismen können diese auf unterschiedlichen Höhen fixiert werden. Dadurch ist es möglich die Länge des Wanderstocks den jeweiligen Bedürfnissen anzupassen. Das Packmaß kann allerdings, trotz kleinster Höheneinstellung, noch relativ groß sein.

2) Faltwanderstöcke

Falttrekkingstöcke bestehen ähnlich wie Teleskopstöcke aus mehreren Segmenten. Diese kann man jedoch voneinander trennen. Sie sind, wie Zeltstangen, mit einer Schnur miteinander verbunden. Im nicht zusammengesteckten Zustand kann man diese zusammenfalten, wodurch ein geringes Packmaß erreicht werden kann. Es gibt Faltstöcke die in der Höhe verstellbar sind und welche, bei denen die Länge nicht angepasst werden kann.

3) Nicht verstellbare Wanderstöcke

Es gibt Wanderstöcke deren Länge nicht angepasst und auch ihr Packmaß nicht geändert werden können. Holzwanderstöcke sind wohl der Klassiker unter den nicht verstellbaren Trekkingstöcken. Diese reichen aus, um auf einfache Wanderungen zu gehen, für technisch anspruchsvolle Ausflüge eignen sie sich aber nicht.

Wanderstöcke was beachten?

Beim Kauf von Wanderstöcken bzw. Trekkingstöcken gibt es verschiedene Dinge auf die du achten solltest. Wanderstöcke unterscheiden sich anhand von verschiedenen Kriterien. Folgendes solltest du dabei beachten:

  • Griff: Trekkingstöcke haben in der Regel ergonomisch geformte Griffe, welche aus Kork, EVA-Schaumstoff oder Kunststoff bestehen. Es kommt auf deine persönliche Präferenz an, welches Material du bevorzugst. Günstigere Modelle verwenden meistens Kunststoff. Ich persönlich würde zu den leichteren Korkgriffen tendieren.
  • Material: Wanderstöcke bestehen in der Regel aus Holz, Aluminium oder Karbon. Klassisch wird Aluminium verwendet, welches sehr leicht ist. Ein Nachteil ist, dass Aluminium Vibrationen überträgt, was ggfs. schlecht für die Knochen sein kann. Achte deshalb auf ein gutes Dämpfungssystem. Karbon überträgt diese Vibrationen nicht, ist im Vergleich ein bisschen steifer und leichter, aber dafür auch ein wenig teurer.
  • Spitzen und Teller: Spitzen bestehen meistens aus Aluminium oder gehärtetem Stahl. Gehärteter Stahl ist dabei die bessere Variante, da Aluminium schneller kaputt geht. Achte darauf, dass du die mitgelieferten Gummiaufsätze für deine Stöcke nutzt, sobald du auf einem harten Untergrund, wie zum Beispiel Asphalt, läufst. Ansonsten machst du dir deine Spitzen kaputt. Teller können ebenfalls angebracht werden. Das bringt den Vorteil, dass du mit deinem Wanderstock nicht zu tief in Schnee, Rissen oder Erde versinkst bzw. stecken bleibst.
  • Dämpfungssystem: Es gibt Wanderstöcke mit, ohne und einschaltbarem Anti-Schock-System. Hier ist meistens eine Feder zwischen Griff und Stock eingesetzt, wodurch der Wanderstock beim Aufsetzen gedämpft wird.
  • Wanderstockart: Es gibt Teleskopwanderstöcke, Faltwanderstöcke oder nicht verstellbare Wanderstöcke.
  • Packmaß: Das Packmaß ungterscheidet sich anhand der gewählten Wanderstockart. Faltwanderstöcke haben in der Regel das geringste Packmaß, gefolgt von Teleskopwanderstöcken und nicht verstellbaren Trekkingstöcken.
  • Gewicht: Wie beim Preis gibt es auch beim Gewicht, abhängig vom Modell, erhebliche Unterschiede beim Gewicht. Beide Wanderstöcke zusammen wiegen in der Regel zwischen 400 g bis 600 g.
  • Preis: Der Preis kann bei Wanderstöcken stark variieren. Günstige Stöcke kann man ab 30 € kaufen. Hochwertigere Modelle kosten bis zum 200 €. Mache dir vorher Gedanken wie oft du deine Wanderstöcke nutzen möchtest und welche Kriterien dir wichtig sind. Ist für dich in erster Linie das Gewicht und dementsprechend das Material am wichtigsten, dann solltest du dir überlegen zu besseren & teureren Modellen zu greifen.

Vor- und Nachteile von Wanderstöcken

Die Benutzung von Wanderstöcken & Trekkingstöcken bringt viele Vorteile mit sich. Besonders hervorzuheben ist, dass die Belastung des Kniegelenks beim Abstieg reduziert werden kann. Zusätzlich können die Arme einen Teil der Belastung der Beine übernehmen, da diese einigermaßen gleichmäßig auf Arme und Beine verteilt wird. Neben der Entlastung des Kniegelenks und der Beinmuskulatur geben Wander- und Trekkingstöcke einen guten Halt und Trittsicherheit. Das kann in unterschiedlichen Situationen vorteilhaft sein. Besonders beim durchqueren von Bächen bzw. kleinen Flüssen, windigen Passagen oder bei Schnee lohnt es sich welche bei sich zu haben. Bei bestimmten Zelten hast du zusätzlich die Möglichkeit deine Wander- bzw. Trekkingstöcke anstatt von Zeltstangen zu verwenden, wodurch du dein Gesamtgewicht ggfs. erheblich verringern kannst. Neben den überwiegenden Vorteilen gibt es allerdings auch ein  paar Nachteile die in Betracht gezogen werden sollten. Es besteht eine erhöhte Verletzungsgefahr beim Sturz, falls du die Schlaufen an den Wanderstöcken benutzt. Zusätzlich sollte berücksichtigt werden, dass Trekkingstöcke zusätzliches Gewicht bedeuten und in manchen Situationen wie z.B. am Klettersteig hinderlich sein können, da sie jedes mal extra verstaut werden müssen, um die Hände frei zu bekommen.

Vorteile
  • Geringere Belastung des Kniegelenks
  • Halt und Trittsicherheit
  • Gleichmäßige Verteilung der Belastung auf Arme und Beine
  • Können bei bestimmten Zelten zum Aufbau verwendet werden
Nachteile
  • Verletzungsgefahr beim Sturz
  • Zusätzliches Gewicht
  • Am Klettersteig hinderlich, da Hände frei sein müssen

Was sind die besten Wanderstöcke?

LEKI Black Series MVC Faltwanderstöcke

LEKI Black Series MVC Faltwanderstöcke

Trekkingstöcke von LEKI haben einen Top-Qualität. Mit 415g gehören sie zu den Ultraleichttrekkingstöcken. Sie bestehen zu 100% aus Karbon. Der verlängerte ergonomische, isolierte Griffbereich besteht aus Schaumstoff. Der Stock besteht aus drei faltbaren Segmenten, wodurch sich im zusammengeklappten Zustand ein Packmaß von 40cm ergibt. Dadurch ist es möglich die Wanderstöcke auch in kleineren Rucksäcken komplett unterzubringen. Die Länge beträgt 110-130cm und kann mittels des Verstellsystems schnell jeder Situation angepasst werden.

TREKOLOGY Trek-Z Faltwanderstöcke

TREKOLOGY Trek-Z Faltwanderstöcke

Die Falttrekkingstöcke von TREKOLOGY sind die absoluten Preis-Leistungssieger. Die Stangen bestehen aus Aluminium und die Griffe aus Natur-Kork. Insgesamt bringen die Stöcke 540g auf die Waage. Aufgrund ihrer Zusammenfaltbarkeit weisen sie ein geringes Packmaß auf und können einfach in den meisten Rucksäcken verstaut werden. Im Lieferumfang sind  eine Tragetasche sowie verschiedene Aufsätze enthalten. Wenn du nicht auf der Suche nach High-End-Wanderstöcken bist aber trotzdem gute Qualität möchtest dann sind die Faltwanderstöcke von TREKOLOGY genau die richtigen für dich.

Effekt Manufaktur Carbon Wanderstöcke

Effekt Manufaktur Carbon Wanderstöcke

Die Teleskopwanderstöcke von der Effekt Manufaktur aus Bayern bestehen zu 100% aus Karbon und haben Korkgriffe. Mit einem Gesamtgewicht von 550g, für beide Stöcke, gehören sie zu den leichteren Wanderstöcken. Mit dem Quick Lock System kann die Länge schnell und flexibel zwischen 63cm und 135cm eingestellt werden. Im Lieferumfang sind unterschiedliche Gummiaufsätze und Teller enthalten, damit du für jeden Einsatzort gewappnet bist. Zusätzlich wird ein Aufgewahrungsbeutel mitgeliefert. Wie auch die Trek-Z Wanderstöcke von TREKOLOGY haben die Trekkingstöcke der Effekt Manufaktur ein ausgezeichnetes Preis-Leistungsverhältnis und eignen sich super für Einsteiger.

Stock-Fachman Wanderstock Naturwurzel

Stock-Fachman Wanderstock Naturwurzel

Dieser Wanderstock von Stock-Fachman kommt einem klassischen Holzwanderstock wohl am nähsten. Der Stock besteht aus Kastanienholz und ist in unterschiedlichen Längen erhältlich. Er besitzt eine Tragelast von bis zu 120kg und eignet sich ebensfalls als Gehstock. Der Wanderstock besitzt ein Gewicht von 1,4kg und ist enstprechend robust. Die Einsatzgebiete umfassen kleinere Tagestouren, Spaziergänge oder Pilgertouren. Der Stock eignet sich weniger für Bergtouren oder technisch anspruchsvolle Wanderungen.

Wie lang müssen Wanderstöcke sein?

Es ist schwer pauschal zu sagen wie lang Wanderstöcke, Nordic-Walking-Stöcke bzw. Trekkingstöcke sein müssen. Die Länge ist immer von der jeweiligen Größe und Anatomie der jeweiligen Person abhängig. Wenn du Wanderstöcke in deinen Händen hälst und diesen gerade, im 90° Winkel, auf den Boden aufsetzt, dann sollten deine Ober- und Unterarme ebenfalls im 90° Winkel zueinander stehen. Laut Bergfreunde.de werden mir bei einer Körpergröße von ungefähr 179 cm eine Wanderstocklänge von ca. 122 cm empfohlen. Das entspricht in etwa 68% meiner Körpergröße. Solltet du dir also unsicher sein, dann multipliziere deine Körpergröße mit 0,68 und du bekommst einen guten Richtwert wie lang deine Wanderstöcke sein müssen. Wenn du nun die perfekte Länge ermittelt hast solltest du darauf achten, dass du die Länge im besten Fall noch um ein paar Zentimeter anpassen kannst. Bei den meisten Falt- und Teleskoptrekkingstöcken ist die Länge ohne Probleme verstellbar. Dies hat nämlich den Vorteil, dass du diese beim Abstieg verlängern und beim Aufstieg verkürzen kannst.

Welche Spitze bei Wanderstöcken wählen?

Das Material der Spitze unterscheidet sich abhängig davon welches Modell du ausgewählt hast. Hochwertigere Spitzen sind aus gehärtetem Stahl hergestellt, da diese robuster und langlebiger als Aluminiumspitzen sind. Wenn du auf einem weichen Untergrund wie z.B. Erde oder Schnee gehst, solltest du eine Stahl- oder Aluminiumspitze verwenden. Wenn du allerdings auf Asphalt oder einem anderen harten Untergrund läufst solltest du die mitgelieferten Gummiaufsätze benutzen. Diese dämpfen die Stöße, machen weniger Lärm und schonen deine Spitzen.

Wanderstöcke wie benutzen?

Bei der Benutzung von Wanderstöcken gibt es mehrere Dinge zu beachten. Du solltest die Stocklänge entsprechend deiner Körpergröße einstellen. Achte dabei auf den 90° Winkel zwischen Ober- und Unterarm. Bei Aufstieg kannst du die Trekkingstocklänge verkürzen, beim Abtieg verlängern. Die Schlaufe am Griff sollte immer von unten durchgegriffen werden. Achte darauf, dass die Stöcke bei Benutzung nahe am Körper sind. Es gibt unterschiedliche Techniken wie Wanderstöcke benutzt werden können. Auf geradem Gelände werden die Trekkingstöcke diagonal bzw. nacheinander benutzt. Das heißt die Stöcke folgen deinen natürlichen Bewegungen. Beim Auf- oder Abstieg wird die  Doppelstocktechnik verwendet. Dabei benutzt du beide Stöcke gleichzeitig bei jedem zweiten Schritt. Dadurch ist es möglich deine Kraft aus den Armen optimal zu nutzen und deine Beine zu entlasten.

Fazit Wanderstöcke

Trekking- oder auch Wanderstöcke machen in vielen Sitautionen Sinn, da sie sehr viele Vorteile mit sich bringen. Es ist egal ob du eine längere Wanderung auf ebenem Gelände machst oder eine Bergtour geplant hast. Wanderstöcke können deine Gelenke und Muskeln entlasten und dich somit vor Verletzungen oder Schmerzen, besonders am Knie, bewahren. Mache dir am besten Gedanken darüber ob du in der Vergangenheit schon einmal Gelenkschmerzen beim wandern hattest und ob du in Situationen kommst in denen du auf extra Halt bzw. Trittsicherheit angewiesen bist. Falls du eine dieser Fragen mit ja beantworten kannst, dann kommen Wanderstöcke für dich auf jeden Fall in Frage.

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Erstellt von:

Die Outdoor-Brüder

Wander & Camping Blogger

Wir sind Patrick & Felix, zwei Outdoor-Begeisterte, die gerne mit dem Rucksack mehrere Tage unterwegs sind. Wir vergleichen Camping-Ausrüstung und geben Tipps rund um das Thema Outdoor-Erlebnisse!

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