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Kungsleden Schweden: Den Kunsleden Trail in 7 Etappen wandern

Der Nord-Kungsleden in Schweden ist ein 460 km langer Weitwanderweg den man in knapp 30 Etappen laufen kann. Die meistbegangene Route ist der 110 km Teilabschnitt von Abisko nach Nikkaluokta, den man in einer Woche gut bewältigen kann. Ich bin den Kungsleden im September 2021 gewandert. In diesem Beitrag erfährst du alles was du über den Kungsleden wissen musst.

Das Wichtigste zum Kungsleden Schweden

  • Die Hauptsaison ist von Juli bis August. In dieser Zeit ist es voll und gibt es viele Moskitos. Ich würde Anfang September als Reisezeit empfehlen.
  • Anfang September kann es kühl werden, weswegen du, sofern du zeltest, eine 3-Jahreszeszeiten-Ausrüstung benötigst.
  • Die Strecke von Abisko nach Nikkaluokta beträgt 110 km, unterteilt sich in 7 Etappen, ist nicht zu anspruchsvoll und ist gut zu erreichen.
  • Tolle, weite Berglandschaft.

Kungsleden Planung

Eins vorweg: Der Kungsleden eignet sich sowohl für Anfänger als auch für regelmäßige Wanderer. Es ist nicht zwingend eine Tourenplanung notwendig, da alles gut beschildert ist. Ich habe mir vorab den Wanderguide "Trekking the Kungsleden" von Cicerone zugelegt, um meine Vorfreude zu steigern. Darin habe ich viele Infos erhalten, die so nicht online zu finden waren. Die Etappen sind mit gutem Kartenmaterial dargestellt. Zusätzlich waren gute Campingplätze extra gekennzeichnet, was mir viel Zeit gespart hat. Ich kann das Buch vollstens weiterempfehlen.

Trekking the Kungsleden

  • Sehr gut recherchiert
  • Kartenmaterial vorhanden
  • Ansprechende Bilder
  • Gut zusammengefasst
  • Englisch
  • Letzte Aktualisierung am 28.11.2021 / Affiliate Links / Bilder von der Amazon Product Advertising API

    Da das Buch von Cicerone nur in Englisch verfügbar ist, könnte der Wanderführer von Claes Grundsten eine gute Alternative sein.

    Wanderführer Kungsleden

  • Gibt einen guten Überblick
  • Kartenmaterial vorhanden
  • Gute Bilder
  • Deutsch
  • Letzte Aktualisierung am 28.11.2021 / Affiliate Links / Bilder von der Amazon Product Advertising API

    Kungsleden Anreise

    Die Anreise zum Startpunkt in Abisko ist relativ einfach zu organisieren. Von Stockholm aus kann man mit dem Nachtzug in ca. 17 Stunden nach Abisko fahren. Da mir diese Anreise allerdings zu lange gedauert hat, bin ich von Stockholm weiter nach Kiruna geflogen. Vom Flughafen in Kiruna gibt es Busse die direkt nach Abisko fahren. Da ich am Abend angekommen bin und die Busse nur ein paar mal am Tag fahren habe ich eine Nacht in Kiruna übernachtet und bin von dort dann am Folgetag mit dem Bus nach Abisko gefahren. Es gibt zusätzlich auch die Möglichkeit einen Zug zu nehmen. Der Zug und der Bus brauchen von Kiruna aus ungefähr 1,5 Stunden bis nach Abisko. Falls du vorhast, noch am gleichen Tag loszuwandern solltest du den Bus früh am morgen nehmen, damit du nicht zu spät ankommst. Der Startpunkt ist direkt bei der STF Station in Abisko, zu der auch der Bus fährt. Steige also nicht in Abisko aus, sondern fahre eine Station weiter. Damit sparst du dir später ca. 30 min zum Startpunkt zu laufen.

    Alle Busfahrpläne findest du bei Swedavia.

    Kungsleden Etappen

    Ich war mit meinem Zelt unterwegs und habe mich bei der Etappenplanung an den Hütten orientiert. Meistens habe ich mir einen guten Campingplatz innerhalb der nächsten 2 km nach der Hütte gesucht.

    • Etappe 1: 13,3 km von Abisko nach Abiskojaure.
    • Etappe 2: 20,3 km von Abiskojaure nach Alesjaure.
    • Etappe 3: 13,1 km von Alesjaure nach Tjäktja.
    • Etappe 4: 12,5 km von Tjäktja nach Sälka.
    • Etappe 5: 11,6 km von Sälka nach Singi.
    • Etappe 6: 14,1 km von Singi zur Kebnekaise STF Fjällstation. Zusätzliche 8 km nach Tarfala und zurück.
    • Etappe 7: 17,9 km von der Kebnekaise STF Fjällstation nach Nikkaluokta.

    Etappe 1: Abisko nach Abiskojaure

    Die relativ einfach zu begehende erste Etappe geht hauptsächlich durch den Abisko Nationalpark. Viele Leute machen von Abisko eine Tagestour, wodurch sich auf diesem Abschnitt viele Menschen tummeln. Der Weg verläuft direkt am Fluss und ist gut ausgebaut. Durch die Berge im Hintergrund bekommt man einen guten ersten Eindruck was einen in den späteren Etappen erwartet. Im Abisko Nationalpark ist Wildcampen verboten. Der Campingplatz Nissonjokk (kostenlos) ist nach ca. 4 Kilometern erreicht. Der Weg verläuft hierbei hauptsächlich durch ein Gebiet mit vielen Bäumen, welche aber im Laufe des Weges weniger werden. Abiskojaure erreicht man nach knapp 14 km. Man hat prinzipiell immer die Möglichkeit in den Hütten zu übernachten. In der Hauptsaison lohnt es sich die Hütten im voraus zu reservieren. Mit dem Zelt kann man gegen eine Gebühr direkt an der Hütte übernachten. Aufgrund des Preises (ca. 30 €) habe ich das allerdings nie gemacht. Es lohnt sich 2 km weiterzulaufen, da kurz hinter Abiskojaure der Abisko Nationalpark aufhört und Wildcampen erlaubt ist.

    Etappe 2: Abiskojaure nach Alesjaure

    Nach dem relativ einfachen ersten Tag geht es am zweiten Tag direkt mit einem Aufstieg los. Die Tagesetappe ist mit ca. 20km relativ lang und zieht sich. Der Weg verläuft die ganze Zeit am Wasser und man läuft über viele Stege und ich hatte das Glück die ersten Rentiere zu sehen. Es hat viel geregnet und später fing es auch noch an zu schneien, deswegen würde ich jedem empfehlen Handschuhe mitzunehmen. Auf dem letzten Kilometer, bevor die Hütte erreicht wird, gibt es vereinzelt gute Campingplätze. Alternativ gibt es gute Campingplätze direkt hinter der Hütte, nachdem du die Brücke überquert hast.

    Etappe 3: Alesjaure nach Tjäktja

    Die dritte Etappe bietet die Sicht auf ein offenes und weitläufiges Tal, bevor es am Ende hin langsam zum Tjäktjapass bergauf geht. Die Strecke ist generell nicht anspruchsvoll. An manchen Stellen, abhängig von der Saison, müssen ggfs. kleine Flussstellen durchwatet werden, was bei mir Anfang September nicht der Fall war. Von meiner gesamten Kungsleden Tour war dieser Abschnitt der Tag mit dem schlechtesten Wetter. Zwischendurch hat es immer aufgeklart und man hatte eine tolle Aussicht. Ansonsten hat es in erster Linie geregnet, geschneit und sogar gehagelt, weswegen ich mich entschieden habe in der Hütte zu übernachten.

    Etappe 4: Tjäktja nach Sälka

    Die Strecke von Tjäktja nach Sälka gehört zu den schönsten des Kungsleden Trails. Nachdem ich am Vortag verhältnismäßig schlechtes Wetter hatte, habe ich dieses Mal Glück. Der kurze steile Aufstieg zum Tjäktjapass ist anstrengend, aber nicht anspruchsvoll. Auf dem Pass kommt man an einer Schutzhütte vorbei, diese ist wunderbar, um sich kurz auszuruhen. Vom Pass hat man dann eine hervorragende Aussicht auf das Tjäktjavagge Tal, welches ich in den folgenden Stunden bei super Wetter durchquert habe, bevor ich an der Sälka Hütte ankam. Ursprünglich hatte ich geplant von dort nach Tarfala zu wandern, wovon mir der Hüttenwart aufgrund der Wettervorhersage abgeraten hat. Ich habe mein Zelt dann ungefähr 2 km nach der Sälka Fjällstuga aufgeschlagen.

    Etappe 5: Sälka nach Singi

    Nachdem ich mich gegen die Strecke nach Tarfala entschieden habe, bin ich weiter Richtung Singi gelaufen. Diese Etappe ist verhältnismäßig kurz und geht weiter durch das Tjäktjavagge Tal. Die Aussicht ist ähnlich wie am Vortag und der Weg ist nicht besonders anstrengend. Nachdem ich an der Singi Fjällstuga angekommen bin, gabelt sich der Weg und ich biege Richtung Kebnekaise ab. Es gibt südlich der Hütte Campingplätze für die Nacht, wobei ich jedem empfehlen würde sich einen Platz auf dem Weg zum Kebnekaise zu suchen, denn dort ist die Landschaft schöner und für mich war dort einer der besten Campingplatz mit Sicht auf den Luddubákti.

    Etappe 6: Singi zum Kebnekaise und Tarfala

    Die Strecke von Singi nach Kebnekaise verläuft durch eine schöne Berglandschaft, wobei man den Kebnekaise erst recht spät zu Gesicht bekommt. Da ich am Vortag schon ein Teil der Strecke gelaufen bin, um meinen Schlafplatz zu finden ist die Distanz zur Kebnekaise Fjällstation nicht sehr groß. Die Fjällstation ist sehr groß und viele Touristen kommen für kurze Trips von Nikkaluokta angereist. Diese Hütte ist mehr wie ein Hotel. Nachdem ich mich gestärkt habe, habe ich mich weiter auf den Weg nach Tarfala gemacht und bin von dort wieder zurückgelaufen (insgesamt 16 km). Danach habe ich mir einen der vielen möglichen Campingplätze gesucht. Das Campen (auch direkt an der Fjällstation) ist kostenlos. Die Nebentour nach Tarfala lohnt sich auf jeden Fall.

    Etappe 7: Kebnekaise nach Nikkaluokta

    Viele besteigen in der siebten Etappe den Kebnekaise und übernachten eine weitere Nacht an der Kebnekaise Fjällstation. Der Auf- und Abstieg dauert ungefähr 10 Stunden und hat eine Länge von 17,4 km. Aufgrund des Wetters habe ich das nicht gemacht und bin direkt nach Nikkaluokta gelaufen. Der Weg verläuft dabei hauptsächlich durch kleine Wäldchen. Für Leute, die Zeit sparen möchten kann ein Teil der Strecke mit einem Boot abgekürzt werden. Am Endpunkt gibt es ein Restaurant, in dem man bei leckerem Essen und Trinken auf den Bus nach Nikkaluokta warten kann. Der Bus fährt zweimal am Tag. Die Zeiten, Preise und Buchung findest du bei Nikkaluoktaexpressen.

    Kungsleden beste Reisezeit

    Die Hauptreisezeit ist von Juli bis August. In diesen beiden Sommermonaten wirst du auch die meisten Menschen auf dem Kungsleden antreffen. Ein großer Nachteil sind die vielen Moskitos in dieser Jahreszeit, weswegen ich die Nebensaison im September wählen würde. Die Hütten haben dann noch geöffnet und aufgrund des kälteren Wetters gibt es kaum noch Moskitos. Einmal im Jahr findet auf diesem Streckenabschnitt der Fjällräven Classic statt. In dieser Zeit laufen viele Leute diese Route, weswegen ich dir abraten würde diese Zeit zu wählen.

    Was für Ausrüstung brauche ich für den Kungsleden in Schweden?

    Abhängig von der Jahreszeit und ob du mit Zelt unterwegs bist, wird eine unterschiedliche Ausrüstung benötigt. In meiner Kungsleden Packliste findest du alle Ausrüstungsgegenstände, die ich dabei hatte und die sich für mich bewährt haben.

    Kungsleden Schweden: Fazit

    Ich hatte den Kungsleden Nord in Schweden schon lange auf meiner Liste und dieser hat mich auch nicht enttäuscht. Trotz des Regens und Schnees war es eine tolle, abwechslungsreiche Tour die ich Anfängern sowie Leuten mit Erfahrung ans Herz legen kann.

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