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Wandern für Anfänger: Aufbruch zur ersten Wanderung

Wandern ist einer der günstigsten, erholsamsten und gesündesten Kurzurlaube, den nahezu alle Menschen zu fast jeder Zeit antreten können. Beim Wandern für Anfänger sind Alter, Fitness und Kondition zunächst egal, sofern sich niemand überschätzt. Damit das Wandern für Anfänger eine unvergessliche Tour, und keine schmerzhafte Tortur wird, sind allerdings ein paar Dinge zu beachten.

Tipps: So wird das Wandern für Anfänger ein gelungener Ausflug

Frische Luft und Bewegung sind gesund und machen den Kopf frei. Wer sich eine Auszeit vom Alltag nehmen möchte, kann fast jederzeit zu einer Wanderung aufbrechen. Für leichte Wanderungen und beim Wandern ohne Berge bedarf es keiner aufwendigen Vorbereitung und am Anfang ist auch keine Ausrüstung nötig, wenn die nachfolgenden Tipps beherzigt werden, denn dann wird jeder Ausflug ein spannendes Naturerlebnis.

Auch wenn sich schnell Wanderlust einstellt, ist es besser, sich nicht gleich unvorbereitet in einen mehrtägigen Wanderurlaub zu stürzen. Die erste Wanderung sollte keine körperliche Herausforderung sein, daher heißt es erst einmal wandern ohne Berge. Es geht darum, sich auf die Natur einzulassen und sie auf sich wirken zu lassen, und das gelingt überall. Als Erstes ist wichtig, sich selbst richtig einzuschätzen und einfache sowie kurze Strecken auszuwählen.

Die Vorbereitungen für leichte Wanderungen

Der erste Blick richtet sich nicht auf die Wanderkarte, sondern auf die Wettervorhersage. Es ist nicht empfehlenswert, die erste Wanderung bei Temperaturen über 30 Grad zu starten. Bei Minusgraden ebenso wenig. Sind Gewitter vorhergesagt, solltest du gar nicht erst losgehen. Je nach Jahreszeit müssen die Lichtverhältnisse sowie die Tageslänge beachtet werden. Auch dichter Nebel kann problematisch für die Orientierung werden. Darüber hinaus sollte man nicht zu spät losgehen, um nicht im Dunkeln zurückfinden zu müssen. Deshalb bestenfalls gleich morgens starten, um den Tag auch nutzen zu können.

Regen sollte nicht vom Wandern abhalten, denn mit der passenden Bekleidung fällt keine Wanderung ins Wasser. Eine Regenjacke gehört immer zu einer Wanderung dazu, denn ein Wetterumschwung ist immer möglich. Deshalb auch während der Wanderung das Wetter im Blick behalten. Zusätzlich kann auch eine Regenhose sinnvoll sein. Weil es morgens recht frisch und im Laufe des Tages schnell heiß werden kann, immer nach dem Zwiebelprinzip kleiden. So lässt sich je nach Bedarf eine Schicht an- und ausziehen.

Für eine Wanderung sind eingelaufene Schuhe wichtig. Beim Wandern für Anfänger eignen sich Sportschuhe mit gutem Profil, wie beispielsweise die Laufschuhe für die Joggingrunden. Um Blasen vorzubeugen, helfen Wandersocken. Bei zukünftigen längeren Wanderungen in unwegsamem Gelände sind dann passende Wanderschuhe empfehlenswert, allerdings sollte man vorher seine Wanderschuhe einlaufen.

Die Trageriemen des Wanderrucksacks sollten passend eingestellt sein, um Schultern und Rücken zu entlasten. Ideal sind offene Seitentaschen, um Trinkflaschen darin zu platzieren. Ist die Wasserflasche mit einem Griff nach hinten erreichbar, muss der Rucksack während der Wanderung nicht abgesetzt werden.

Es ist zwar schön, mit Freunden zusammen eine Wanderung zu unternehmen, aber vielleicht nicht immer möglich. Wer alleine wandern geht, sollte zumindest jemanden über die geplante Wanderroute informieren.

Proviant für leichte Wanderungen

Weil beim Wandern je nach Strecke auch viel Energie verbrannt wird, ist ein kohlenhydratreiches Frühstück empfehlenswert. Beliebt sind dafür Müsli oder Vollkornbrote. Für die Wanderung als Proviant ebenfalls gerne Vollkornbrote, aber auch Snacks mitnehmen. Gerne wird zu saftigem Obst, knackigem Gemüse, Nüssen oder Müsliriegel gegriffen. Während der Wanderung nicht vergessen zu essen, sonst vergeht mit der Energie gleichsam die Lust am Wandern. Um nicht „Hangry“ zu werden, alle ein bis zwei Stunden eine Kleinigkeit essen.

Für eine leichte Wanderung sollten mindestens 1,5 Liter zu trinken dabei sein. Geeignet sind Wasser oder ungesüßte Tees, aber auch Saftschorlen. Weil beim Wandern durch Schweiß und Atem laufend Flüssigkeit verloren geht, ist es ratsam etwa jede halbe Stunde einen Schluck trinken.

Navigation während der Wanderungen

Mit einer Karte und einem Kompass eine Wanderstrecke auszumachen, ist nur für jene empfehlenswert, die den Umgang damit gelernt haben. Heutzutage lässt sich über unterschiedliche Apps das benötigte Kartenmaterial herunterladen, um sich einfach und unabhängig von Internetempfang orientieren zu können. Zur Sicherheit eine Powerbank oder eine Solar Powerbank zum Laden des Handys mitnehmen. Sich die Wanderroute im Vorfeld einzuprägen, ist ein gutes Gedächtnistraining und hilfreich für die Orientierung.

Leichte Wanderungen: Schöne Wanderwege gibt es überall

Wandern beginnt für Anfänger am besten direkt vor der eigenen Haustür. Oft finden sich in der Nähe gut ausgeschilderte Wanderwege oder sogar geführte Wanderungen. Rundwege sind eine gute Wahl, um am Ende wieder an den Ausgangspunkt zurückzukommen. Das verringert die Wahrscheinlichkeit, sich zu verlaufen, erheblich. Wandern ohne Berge bedeutet nicht, auf schöne Aussicht verzichten zu müssen. Jedes Bundesland lässt sich mit Wanderungen durch Natur- und Kulturlandschaften erkunden.

Baden-Württemberg

Eine schöne Wanderroute mit vielen Aussichtspunkten im Schwarzwald ist der Panoramaweg in 79348 Freiamt. Auf einer Länge von 10,1 km fällt der Blick auf die Rheinebene und das Elsass, die Schwarzwaldberge im Elztal sowie die Vogesen in Frankreich.

Bayern

In Niederbayern findet sich im Wildwassertal Bärnloch bei 94110 Wegscheid der Osterbach Wasserfall Rundweg. Etwa 6 km lang lässt sich der Osterbach im Wildwassertal erkunden.

Berlin

Auch in einer Großstadt lässt sich die Natur entdecken. So zum Beispiel in Berlin über den 10 km langen Havelhöhenwanderweg, der durch ausgedehnte Waldflächen und an Gewässern vorbeiführt.

Brandenburg

In 16247 Joachimsthal gibt es einmal im Monat eine geführte Wanderung. Bei Entdeckungen am 8 km langen Schulseerundweg werfen Wanderer einen Blick auf eine von der letzten Eiszeit geformten Landschaft.

Bremen

In 27801 Dötlingen findet sich der Huntepadd. Der große Rundwanderweg mit etwa 6 km Länge führt an einem Flussabschnitt der Hunte entlang, durch Heideflächen und einen Buchenwald, und vorbei an einer 1000-jährigen Eiche.

Hamburg

Im Niendorfer Gehege in 22453 Hamburg gibt es 15 km Wanderwege, auf denen sich im Wildgehege Hirsche, Rehe und Füchse beobachten lassen.

Hessen

Die Spessartfährte „Jossgrund-Runde“ besitzt eine Länge von 11,43 km. Start und Ende sind an der ehemaligen Wasserburg in Burgjoß. Der Weg führt am Flussufer entlang, auf den Steiniger Berg und durch Wiesen und Wacholderheiden.

Mecklenburg-Vorpommern

Die 5 km lange Gnitz Rundtour gibt es am Küstenstreifen der Südspitze. Zu sehen sind bewaldete Höhenzüge, wilde Steilufer, offene Dünen, blühende Salzwiesen und es lassen sich seltene Uferschwalben und Seeadler beobachten.

Niedersachsen

Der NORDPFAD Kuhbach-Oste ist ein 9 km langer Rundweg, der an historischen Gebäuden am Mühlenteich vorbeiführt, die zum Erholungsgebiet Kuhmühlen gehören.

Nordrhein-Westfalen

Im Naturpark Maas-Schwalm-Nette gibt es unterschiedliche Routen. Die Rundwanderwege führen durch das Heidemoor, vorbei an glitzernden Seen und Sanddünen.

Rheinland-Pfalz

In 54497 Morbach gibt es die Traumschleife LandZeitTour mit 8,1 km Wegstrecke. Rund um das Dorf Hinzerath geht es durch die offene Landschaft über Feldwege und Wiesen hinweg.

Saarland

Der Schauinslandweg in 66564 Ottweiler bietet viele Aussichtspunkte. Auf 10,5 km Länge führt die Wanderung an einem Bachverlauf entlang, vorbei an einem Steinbruch, Weiheranlagen und der Kerbschlucht.

Sachsen

Sehenswert sind hier Wanderwege in der Nationalparkregion Sächsische Schweiz, einem Felsennationalpark mit Schluchten, einer unvergleichlichen Naturlandschaft und Lehrpfaden mit Informationstafeln.

Sachsen-Anhalt

Für große und kleine Wanderer ist der HARZGERÖDER KUGELsPASS empfehlenswert. Auf 9,8 km Länge lockt der interaktive Erlebnisweg mit Kugelbahnen, Ferienpark und Spielplätzen.

Schleswig-Holstein

Der Schlei-Eider-Elbe-Weg, beginnt und endet am Parkplatz der St. Katharinenkirche in 25879 Süderstapel. Die Naturwanderung führt 12 km entlang der Eiderschleifen.

Thüringen

Der Rundwanderweg um Jesuborn im Thüringer Wald ist ein gut ausgeschilderter Weg ohne Steigung. Hier geht es durch den Wald und an Wanderhütten sowie an Teichen vorbei.

Wie viele Höhenmeter schafft man an einem Tag?

Am Anfang ist wandern ohne Berge empfehlenswert, denn eine Wanderstrecke mit vielen Höhenmetern ist ungleich anstrengender als eine Wanderung im Flachland. Für Einsteiger sind deshalb Wanderungen in Flachland oder Mittelgebirge empfehlenswert. Pro Stunde sind grob geschätzt etwa 300 Höhenmeter bergauf oder 500 Höhenmeter bergab gut machbar.

Wie lange dauert es 10 km zu wandern?

Beim Wandern im ebenen Gelände legen die meisten rund 4 Kilometer pro Stunde zurück. Bergauf geht es mit 2 km pro Stunde etwa nur halb so schnell vorwärts. Es ist also abhängig von der Route, wie lange die Wanderung dauert. Wer sich Zeit lässt, die Aussicht zu genießen, kann auch mal rund 4 Stunden für eine 10 km Wanderung benötigen. Schließlich ist das Naturerleben das, was eine Wanderung so erholsam wie ein Kurzurlaub macht.

Was ist Trittsicherheit?

Bei schwierigen Wanderrouten findet sich oft der Hinweis, dass Trittsicherheit erforderlich ist. Die Trittsicherheit bezeichnet wortwörtlich die Fähigkeit, unabhängig von der Bodenbeschaffenheit sicher auftreten zu können. Sicher aufzutreten ist wichtig, um auch in unwegsamem Gelände, auf unebenen Wegen und auf nassem, rutschigem Boden das Gleichgewicht zu behalten. Die Trittsicherheit ist abhängig von Körperhaltung, Koordination sowie Kondition und ist deshalb trainierbar. Dafür kann man langsam aber stetig schwierigere Wanderwege auswählen. In sehr unebenem Gelände können außerdem Wanderstöcke die Trittsicherheit erhöhen.

Wandern für Anfänger: Wie viele Kilometer für die erste Wanderung?

Es empfiehlt sich, erst ein mal gemütlich mit leichten Wanderungen bis 10 km zu starten und ausreichend Pausen einzuplanen. Wenn die Wanderlust packt, die Weglänge und Schwierigkeit einfach in einem individuellen Tempo steigern. Fitness und Kondition verbessern sich mit jeder Wanderung. Wer Spaß am Wandern findet, kann sich langsam bis hin zu mehrtägigen Touren steigern.



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